Trojaner aufgetaucht!

Seit August 2014 sind wir stolze Besitzer eines neuen Zuchtbocks mit Namen Trojan. Diesen, bis jetzt noch eher sanftmütigen und verspielten Schafbock, ersteigerten wir auf der Bockauktion des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes. Der Name ließ uns von Anfang an schmunzeln, denn sogleich kam der Gedanke: “Hilfe, da gibt es nächstes Jahr zur Lammzeit eine Menge Trojaner!” (Übrigens, sein Vorgänger hieß Peso und unser Spruch dazu lautete: “Herrlich, nun füllt sich unser Stall mit lauter Peseten!” :) Auch ein Schäfer darf sich was wünschen!)

In Anlehnung an die Erläuterungen von Wikipedia zum Stichwort Trojaner, erfährst du jetzt, was es mit dem  Verursacher unserer diesjährigen Lammzeit auf sich hat.

Mein Name ist Trojan Mäh-Arbeiten Liebespaar

Charakteristik des Trojaners
Der Trojan(er) ist ein hübscher, knuddeliger Schafbock, welcher gezielt auf fremde Weiden eingeschleust wird, aber auch zufällig dorthin gelangen kann, und dem Schäfer nicht genannte Funktionen ausführt. Er ist als nützlicher Grasfresser getarnt, indem er beispielsweise wie ein Ostfriesisches Milchschaf aussieht, oder neben seiner versteckten Funktion tatsächlich eine nützliche Funktionalität in Form von Mäh-Arbeiten aufweist.
Viele Trojaner installieren während ihrer Ausführung auf der Weide heimlich ein Schafprogramm. Diese Schafprogramme laufen dann eigenständig in den Schaftanten, was bedeutet, dass sie sich nicht deaktivieren lassen.

Trojaner erkannt Markiert Schafprogramm installiert

Das Schafprogramm
In der Regel wird ein Trojanerprogramm auf direktem Weg durch den Besitzer einer Schafherde gestartet, wodurch es die Zugriffsberechtigung auf alle Schafdamen erhält. Der Trojaner könnte demnach selbstständig alle Schafdamen unentdeckt beglücken. Um Manipulationsmöglichkeiten seitens der Schaftanten auszuschließen wurde der Trojaner allerdings mit einem Wachsblock ausgestattet, der bei jedem Deckakt unvermeidlich den Hintern der Schaftanten einfärbt.

Folgen des TrojanersEin neuer Trojaner es lämmelt

Typische Schafprogramme
Einlinge
oftmals bei Erstablammerinnen, bei älteren Schafen weniger häufig; eventuell Probleme für Eutergesundheit, falls das Lamm anfangs nicht die gesamte Milchmenge bewältigen kann; Euter wird einseitig besaugt, tägliches Abmelken der prallen Euterhälfte erforderlich.

Zwillinge
des Schäfers Glück, Muttertier läßt meistens nur beide Lämmer gleichzeitig saugen, Euter wird optimal genutzt, keine Rangkämpfe um Milch zwischen den Lämmern.

Drillinge
in den ersten Lebenstagen wird ordentlich gesaugt, später beginnen Rangeleien um die Saugplätze, was schlimmstenfalls zu Verletzungen des Euters führen kann; ein Lamm muß abgesetzt und mit Muttermilch aus der Flasche getränkt werden.

Vierlinge
hier gilt das für Drillinge gesagte, es müssen zwei Lämmer mit Muttermilch aus der Flasche getränkt werden.

Einlingstrojaner Zwillingstrojaner Flaschentrinker

Arten der Trojaner
Zahlreiche Trojaner entstehen durch den Verbund zweier eigenständiger Schafe zu einem einzelnen Lamm. Dabei bockt der Trojaner auf eine beliebige Schafdame auf, ohne dass dieser Vorgang einen Einfluss auf die Funktionalität beider Schafe hat. Durch diesen Sprung des Trojaners wird so das versteckte zweite Programm unbemerkt mitgestartet. Der Schäfer des Trojaners kann mithilfe eines entsprechenden Deckprogrammes jede beliebige brünftige Schafdame als Wirtprogramm missbrauchen, ohne Deckkenntnisse besitzen zu müssen.

Es gibt Trojaer, die heimlich eine Installationsroutine starten. Diese Trojanerart wird häufig dafür eingesetzt, um unbemerkt Schafprogramme auf eine Schafdame zu installieren, sobald der Trojaner ausgeführt wird. Daher nennt man sie „Dropper“ (vom englischen to drop – etwas im System „ablegen“). Ein Autostartmechanismus sorgt in der Regel dafür, dass das Schafprogramm nach jeder Ablammung neu geladen wird. Nach dem Start des Schafprogrammes ist der Trojaner für die Schaftanten nur noch ein leidiger Mitfresser.

Demgegenüber gibt es auch Trojaner, die die geheimen Funktionen in sich selbst bergen. Wird der Trojaner aus dem Bestand genommen, so stehen auch die heimlichen Funktionen nicht mehr zur Verfügung.

Allgemein ist es auch möglich, dass ein Trojaner sich die Arbeitsbelastung der Schäfersleute zunutze macht. Ähnlich wie o.g.Trojaner benötigt auch diese Trojanerart eine bereits brünftige Schaftante im Stall. Oft nutzt er dabei die Gegebenheiten des Betriebes, den Schäfer in seiner Arbeit zu beeinflussen. So kann ein solcher Trojaner ein Schmuse-Knuddel-Programm starten, um den Schäfer beim Schließen der Gatter abzulenken, damit ein Verschluß geöffnet bleibt. Über diese Öffnung kann er eine Verbindung zu getrennt stehenden jungfräulichen Schafmädels aufbauen und so sein Schafprogramm verschicken. Eine Gatterwall kann also auch hier den heimlichen Verbindungsaufbau nicht verhindern, wenn sie nicht sicher installiert wurde.

Fressprogramm Wo ist der Trojaner Trojaner in Schafherde

Zur Verbreitung von Trojanern
Trojaner können über verschiedene Wege in einen Schafbestand gelangen.
Dies sind insbesondere Zukäufe von Bockauktionen oder anderen Schäfereien, aber auch der Bocktausch ist möglich. Die Verbreitung des Trojaners erfolgt danach durch den Schäfer selbst. Je nach Attraktivität des Scheinprogramms steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Schäfer den Bock an andere Schäfer weitergibt.

Für die Verbreitung innerhalb des Schafbestandes werden meistens Lämmer verwendet, die den Trojaner zu 50 Prozent transportierten. Der Trojaner selbst wird dadurch, dass er sich augenscheinlich verbreitet, jedoch nicht zu einem Virus.

Apropos Virus
Uns kamen Gerüchte zu Ohren, unsere Schaftanten wären vom schlimmen “Afrika-Virus” befallen. Dies möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich dementieren. Nicht unsere Schaftanten sind von diesem Virus befallen, sondern wir, die Schäfersleute!
Bei diesem Virus handelt es sich um einen typischen Reisevirus, ausgelöst durch unsere erste Namibiareise im Jahr 2006. Einmal infiziert, gibt es keine Rettung, wir sind diesem Teil Afrikas hoffnungslos verfallen und müssen immer wieder dorthin reisen. Bis jetzt waren wir bereits vier Mal rückfällig. Ein Ende ist nicht absehbar.

Grins

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